Gedenkstättenfahrt der Q2 nach Vogelsang
Die Gedenkstättenfahrt führte uns an einen Täterort, nach Vogelsang. Eine Ordensburg, eine Kaderschmiede für ausnahmslos fanatisierte junge Männer, ausgebildet, um in der Zukunft das unheilvolle Programm fortzuführen, dass sich die Nationalsozialisten für die künftige Weltordnung ausgemalt hatten.
Warum fährt man dann dort hin? Dient das nicht dem Kult dieser verbrecherischen Ideologie? Oder ist es nicht sinnstiftend sich gerade an so einem Ort damit auseinandersetzen zu können, wie Mechanismen der Ideologisierung, der Indoktrination, der Fanatisierung funktionieren?
Während unseres zweitägigen Aufenthaltes im Rahmen der diesjährigen Gedenkstättenfahrt der Q1 im November 2025, stellten sich die Schülerinnen und Schüler von Geno, Apostelngymnasium und Dreikönigsgymnasium eben diesen Fragen. Den Auftakt machte eine Führung mit anschließendem Workshop im NS-Dokumentationszentrum in Köln.
In Vogelsang setzten sich die Jugendlichen in Workshops und daraus resultierenden Kurzvorträgen intensiv mit der nationalsozialistischen Ideologie, ihrer Ästhetik, ihrer Verbindung zu diesem Ort auseinander. Der mitten in der Natur auf einer Anhöhe gewählte Ort sollte die Dominanz von „Herrenmensch“ über die Natur betonen. Aber auch Einzelschicksale wurden betrachtet. Täterschicksale, um ihre Motivation zu begreifen, Opferschicksale, um die Folgen zu begreifen. Der anschließende Besuch der Dauerausstellung „Herrenmensch“ vertiefte die gewonnen Eindrücke.
Abgerundet wurden diese eindrucksvollen zwei Tage durch eine Wanderung ins gegenüberliegende Dorf Wollseifen, das nunmehr eine Geisterstadt ist. Das Dorf wurde nach dem 2. Weltkrieg geräumt, da es als Truppenübungsplatz dienen sollte. Dank unserer Rangerin, die uns hier und da auch mit Kenntnissen aus der Natur beglückte, konnten wir einen entspannten Abschluss finden.
Unser herzlicher Dank geht an die kooperierenden Gymnasien, das Apostelgymnasium und Dreikönigsgymnasium und vor allem an den Kölner Gymnasial- und Stiftungsfonds, der uns diese Fahrt nun zum fünften Mal ermöglicht hat.